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Die fotografische Serie von Christoph Engel entlarvt nicht nur die freie Landschaft als Konstruktion und Naturdesign, die Bilder sind selbst konstruiert. Er fotografiert seine Motive nicht selbst, sie sind digitale Collagen aus mehreren Hundert Einzelbildern. Ausgangsbasis ist das frei zugängliche Material von Google Earth, das Engel in aufwendiger Detailarbeit Bild um Bild zu einem großen Ganzen zusammengefügt. Mit dieser Methode hinterfragt er auf radikale Weise seine Position als Fotograf und Urheber. Von wem stammen eigentlich die Originalaufnahmen? Sind seine somit Bilder überhaupt noch als Fotografien zu bezeichnen? Er selbst drückt nicht mehr auf den Auslöser, er war selbst am Aufnahmeort gar nicht anwesend.
Auch eine konkrete Zeitbestimmung fehlt in den Fotografien, denn die Google Earth-Einzelbilder wurden teilweise zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen, was an unterschiedlichen Farbnuancen erkennbar ist. Dieses Nebeneinander unterschiedlicher Zeitlichkeiten innerhalb eines Bildes untergräbt den scheinbar dokumentarischen Charakter des fotografischen Bildes. Zudem verzichtet Engel bewusst auf eine konkrete, nachvollziehbare Ortsbezogenheit und jegliche lokalisierenden Angaben – obwohl diese beim Download der Daten durchaus vorlagen. Er fragt so nach einer übergeordneten Struktur von Landschaft, die sich autonom von Ort und Zeit im Bild konstituiert und der daraus folgenden, eigenen Realität des Bildes. Im Spannungsfeld von Bild und Abbild findet eine künstlerische Umformung der Bildoberfläche statt. |
