Biografien



Alec Soth, geboren 1969 in Minneapolis/Minnesota, besuchte das Sarah-Lawrence-College, um Maler zu werden, wandte sich nach einem Vortrag des Fotografen Joel Sternfeld aber ganz der Fotografie zu. Seine Farbaufnahmen werden u.a. im „Fortune“ oder im „New Yorker“ veröffentlicht. Sie lassen deutlich den Einfluss der amerikanischen Sozialreportage erkennen und erinnern gleichzeitig an Arbeiten von Walker Evans oder Robert Frank. Wie bereits in seinen sehr präzisen und zugleich poetischen Fotoreiseberichten „Sleeping by the Mississippi” und „Niagara”, offenbart Soth auch in „Paris/Minnesota” einen erzählerisch-dokumentarischen Blick auf die Orte und ihre Menschen. Soths Fotografien wurden unter anderem 2004 auf der Whitney-Biennale in New York und der Biennale in São Paulo ge- zeigt. Der Fotograf wird von international angesehenen Galerien in Berlin und New York vertreten. Alec Soth ist seit 2004 Mitglied von MAGNUM Photos und lebt in Minneapolis/Minnesota.

Christopher Anderson wurde 1970 in British Columbia als Sohn eines Pfarrers geboren und verbrachte einen Großteil seiner frühen Kindheit in Texas, bevor er nach New York und dann nach Paris zog. Sein Leben für die Fotografie begann im Fotolabor der „Dallas Morning News“. Ab 1995 ist er als Fotograf selbständig.
Anderson arbeitete zunächst in Farbe. 1996 wurde er Vertragsfotograf für „U.S. News and World Report“ und beschäftigte sich mit sozialen Themen, wie zum Beispiel die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Russland, die Situation der afghanischen Flüchtlinge in Pakistan und die Wahlen von Evo Morales in Bolivien. 1999 machte Anderson eine Reportage über den Versuch haitianischer Einwanderer, in die USA zu segeln. Dadurch änderte sich der Fokus seiner Arbeit entscheidend in Richtung eines experimentellen Journalismus. Inzwischen arbeitete Anderson in Schwarzweiß und wurde mit dem Robert Capa Gold Medal Award ausgezeichnet. Noch im selben Jahr fotografierte er die Steinewerfer in Gaza und wurde von Kodak zum „Young Photographer of the Year“ ernannt. 2003 veröffentlichte er seine erste Monographie, „Nonfiction“, die von deMo verlegt wurde. 2002 kam er zur VII Agency und wurde 2005 von MAGNUM Photos nominiert. Christopher Anderson lebt in New York.

David Seymour (Szymin) kam 1911 in Warschau als Sohn eines jüdischen Verlegers zur Welt. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs zog die Familie nach Russland und kehrte 1919 nach Warschau zurück. Nach dem Studium der Buchherstellung in Leipzig und der Chemie und Physik an der Sorbonne in den 1930er Jahren blieb Szymin in Paris. David Rappaport, ein Freund der Familie, dem die bahnbrechende Bildagentur Rap gehörte, lieh Szymin eine Kamera. Eine von Szymins ersten Reportagen, über Nachtarbeiter, stand unter dem Einfluss von Brassaïs „Paris de Nuit“ (1932). Szymin – oder „Chim“ – begann, als freier Fotograf zu arbeiten. Ab 1934 erschienen seine Bilder regelmäßig in „Paris-Soir“ und „Regards“. Über Maria Eisner und die Agentur Alliance lernte er Henri Cartier-Bresson und Robert Capa kennen. Von 1936 bis 1938 fotografierte er den spanischen Bürgerkrieg. Anschließend reiste er mit einer Gruppe republikanischer Emigranten nach Mexiko. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ging er nach New York, wo er den Namen David Seymour annahm. Seine Eltern wurden von den Nazis ermordet. Von 1942 bis 1945 diente er in der US-Armee und erhielt einen Orden für seine nachrichtendienstliche Tätigkeit.
1947 gründete Seymour gemeinsam mit Henri Cartier-Bresson, Robert Capa, George Rodger und William Vandivert die Agentur MAGNUM Photos. 1948 fotografierte er im Auftrag von UNICEF notleidende Kinder in Europa. In den 1950er Jahren fotografierte er u.a. Hollywood-Stars auf Europatour, aber auch die Entstehung des Staates Israel. Nach Robert Capas Tod wurde er Präsident von MAGNUM. Diesen Posten bekleidete er bis zu seinem Tod am 10. November 1956, als er am Suezkanal, wo er einen Gefangenenaustausch fotografieren wollte, durch ägyptisches MG-Feuer ums Leben kam.

Donovan Wylie, geboren 1971 in Belfast, Nordirland, entdeckte schon früh seine Leidenschaft für die Fotografie. Als er mit sechzehn von der Schule abging, veröffentlichte er sein erstes Buch „32 Counties. Photographs of Ireland“ mit Texten von zweiunddreißig irischen Autoren. 1992 wurde Wylie für MAGNUM vorgeschlagen. Er fuhr nach Osteuropa, wo er hauptsächlich in der Slowakai und in Moskau fotografierte. 1993 zog er von Belfast nach London. Im selben Jahr reiste er zweimal nach China und brachte Bilder vom Massenexodus der Bauern vom Land in die großen Städte mit. 1994 fotografierte er eine Familie von New-Age-Aussteigern in England. 1995 schloss er eine Porträtserie in der Moskauer Metro ab und fuhr in die tschetschenische Hauptstadt Grosny, um ein Jahr nach dem Einmarsch russischer Truppen zu dokumentieren, wie die Bewohner versuchen, zur Normalität zurückzukehren. 1997 wandte er sich, inzwischen Vollmitglied bei MAGNUM, eigenen Projekten zu, die sich mit seiner nordirischen Herkunft beschäftigten. Seit 2000 hat er verschiedene Foto- und Filmprojekte zu Themen wie religiöse Identität und Geschichte sowie zur territorialen Frage in Nordirland nach dem Religionskonflikt abgeschlossen. 2004 veröffentlichte er „The Maze“, ein Porträt der berüchtigten Haftanstalt in Nordirland. Wylie wurde für seinen Film „The Train“ (2001) mit einem Sonderpreis der Britischen Film- und Fernsehakademie (BAFTA) ausgezeichnet.

George Rodger, geboren 1908 in Cheshire, fuhr zunächst als Matrose zur See. Nach einem kurzen Aufenthalt in den USA arbeitete er als Fotograf für die BBC-Zeitschrift „The Listener“ und 1938 für die Fotoagentur „Black Star“. Mit seinen Bildern von den deutschen Luftangriffen auf London machte er „Life“ auf sich aufmerksam. Als Kriegsberichterstatter der Illustrierten fotografierte er die Kämpfe in Westafrika, Eritrea, Abessinien und der Cyrenaika. Er fuhr in den Iran, nach Burma, Nordafrika, Sizilien und Salerno, wo er Robert Capa kennenlernte. Rodger berichtete über die Befreiung Frankreichs, Belgiens und der Niederlande und betrat im April 1945 als erster Fotograf das befreite KZ Bergen-Belsen, im Mai berichtete er für „Time“ und „Life“ von der deutschen Kapitulation in Lüneburg.
Nach diesen traumatischen Erfahrungen gab er die Kriegsberichterstattung auf. Er unternahm eine 50.000 km lange Reise durch Afrika und den Nahen Osten auf der Suche nach unberührten, ursprünglichen Lebensformen. 1947 forderten ihn Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, David Seymour und William Vandivert auf, mit ihnen die Agentur MAGNUM Photos zu gründen. Seine nächste größere Reise führte ihn quer durch Afrika von Kairo nach Kapstadt, auf der er spektakuläre Fotos vom Stamm der Nuba machte, die 1951 in „National Geographic“ erschienen. In den folgenden dreißig Jahren kehrte er regelmäßig nach Afrika zurück. George Rodger starb am 24. Juli 1995 in Kent.

Henri Cartier-Bresson, geboren 1908 in Chanteloup (Seine-et-Marne), begeisterte sich schon früh für die Malerei, insbesondere für die Surrealisten. 1932, nach einem einjährigen Aufenthalt an der Elfenbeinküste, entdeckte er die Leica, die seine Lieblingskamera wurde. 1933 fand in New York in der Galerie Julien Levy seine erste Ausstellung statt. Später drehte er Filme mit Jean Renoir. 1940 geriet er in deutsche Kriegsgefangenschaft, 1943 gelang ihm nach zwei erfolglosen Versuchen die Flucht. Er schloss sich einer Untergrundorganisation an, die sich um Gefangene und Entflohene kümmerte. 1945 dokumentierte er mit Journalisten die Befreiung von Paris und drehte anschließend den Dokumentarfilm „Le Retour“.
1947 gründete er mit Robert Capa, George Rodger, David „Chim“ Seymour und William Vandivert die Agentur MAGNUM Photos. Es folgten drei Jahre in Asien. 1952 kehrte er nach Europa zurück und veröffentlichte sein erstes Buch, „Images à la Sauvette“, 1954 wurde er als erster ausländischer Fotograf in der Sowjetunion akkreditiert. Seine Auffassung vom „entscheidenen Augenblick“ in der Fotografie erklärte er so: „Die Kamera ist für mich ein Skizzenbuch, ein Instrument der Intuition und der Spontanität, sie bestimmt den Moment, sie fragt und entscheidet zugleich. Einfachheit des Ausdrucks erreicht man durch sparsamen Einsatz der Mittel.“
Ab 1968 reduzierte Cartier-Bresson seine fotografische Tätigkeit, um sich dem Zeichnen und Malen zu widmen. 2003 gründete er mit seiner Frau und seiner Tochter die Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris. Cartier-Bresson erhielt zahlreiche Preise, Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden. Er starb am 3. August 2004, kurz vor seinem 96. Geburtstag in Montjustin (Provence).

Jonas Bendiksen wurde 1977 in Norwegen geboren. Er startete seine Karriere mit neunzehn Jahren als Praktikant im Londoner MAGNUM-Büro, als Fotojournalist ging er nach Russland, wo er Geschichten aus den Randgebieten der ehemaligen Sowjetunion fotografierte, die in dem Band „Satellites“ (2006) veröffentlicht wurden.
Bendiksen beschäftigt sich immer wieder mit hermetischen Gemeinschaften und Enklaven. 2005 begann er mit einem Stipendum der Alicia Patterson Foundation das Projekt „The Places We Live“ über wachsende Großstadtslums in aller Welt, für das er Fotografien, Projektionen und Tonbandaufzeichnungen zu dreidimensionalen Installationen verbindet. Bendiksen arbeitet für „National Geographic“, „Geo“, „Newsweek“, „Independent on Sunday Review“, „The Sunday Times Magazin“, „The Telegraph Magazine“ und die Rockefeller Foundation. Er hat zahlreiche Preise erhalten, u.a. 2003 den Infinity Award des International Center of Photography, einen Zweiten Platz bei World Press Photo in der Kategorie Alltagsleben, und einen Ersten Preis bei Pictures of the Year International (POY). Sein Bericht über das Leben in Kibera, einem Slum in Nairobi, der in „The Paris Review“ erschien, erhielt 2007 den National Magazine Award. Er lebt mit seiner Frau Laara und Sohn Milo in Oslo.

Mikhael Subotzky wurde 1981 in Kapstadt geboren. Er studierte an der Michaelis School of Fine Art der Universität Kapstadt und lebt derzeit in Johannesburg. Sein erstes größeres Projekt war „Die Vier Hoeke“, ein schonungsloser fotografischer Essay über das Leben in Pollsmoor Prison, mit dem er sich weithin Anerkennung verschaffte. Danach vollendete er die Serie sowie sein Buch „Beaufort West“. Die beiden Projekte – das sensible Porträt eines berüchtigten Jugendgefängnisses einerseits und die eingehende Analyse von Leben und Menschen in der Stadt Beaufort West in der Nordkap-Region andererseits – offenbaren viele der Themen, die Subotzky beschäftigen. Sein Wunsch, das Leben der von ihm fotografierten Menschen zu verstehen, spiegelt sich in seiner engen Zusammenarbeit mit ihnen und ihrer Bereitschaft wider, ihm Zugang zu ihrer Welt zu gewähren. Subotzky hat zudem in seiner Arbeit die Natur von Verbrechen und Bestrafung in ihrer ganz speziellen südafrikanischen Ausprägung sowie die Art und Weise untersucht, wie sie Menschen in einer ohnehin gespaltenen Gesellschaft trennt.
Subotzky hat an einer ganzen Reihe internationaler Gruppenausstellungen teilgenommen, darunter „Snap Judgments“ in New York und „Rencontres Africaines de la Photographie“ in Bamako, und hatte mehrere Einzelausstellungen in der Goodman Gallery in Johannesburg und in Kapstadt. Er ist Gewinner des Oskar Barnack Awards 2009 sowie des W. Eugene Smith-Stipendiums und des ICP Infinity Awards (Junger Fotograf) 2008. Seit 2007 ist er eines der jüngsten Mitglieder der internationalen Fotoagentur MAGNUM Photos.

Peter van Agtmael wurde 1981 in Washington D.C. geboren. Er studierte Geschichte in Yale, sein Studium schloss er 2003 mit Auszeichnung ab. Im Anschluss reiste er mit Hilfe des Charles P. Howland-Stipendiums nach China, um dort die Folgen des Dammbaus „Drei Schluchten“ für Gesellschaft und Umwelt zu dokumentieren. 2005 berichtete er über den Tsunami in Thailand. Danach zog er nach Johannesburg, Südafrika, und dokumentierte die AIDS-Epidemie anhand der Geschichte Holly Moyos, eines HIV-positiven Flüchtlings aus Simbabwe. Für Auftragsarbeiten bereiste er ganz Afrika. 2006 fuhr er zweimal in den Irak, wobei er fast die Hälfte des Jahres „embedded Photographer“ war. 2007 und 2008 verbrachte er mehrere Monate „embedded“ in den abgelegenen US-amerikanischen Vorposten im Osten Afghanistans sowie „un-embedded“ im Norden und in Kabul. Wenn er nicht im Irak oder Afghanistan unterwegs war, fotografierte van Agtmael den Krieg zu Hause, indem er die Genesung der verwundeten Soldaten und die Familien der Gefallenen dokumentierte. 2008 war er an der Konzeption von „Battlespace“ (Buch und Ausstellung), einer Retrospektive weitgehend unbekannter Arbeiten von 22 Fotografen zu den Themen Irak und Afghanistan, beteiligt.

Robert Capa, 1913 als Endre Ernö Friedmann in eine Familie Budapester Juden hineingeboren, studierte er an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin. Nach der Machtergreifung der Nazis emigrierte er 1933 nach Paris. Er wurde von der Agentur Alliance Photo vertreten und lernte die Journalistin und Fotografin Gerda Taro kennen. Gemeinsam erfanden sie den „berühmten amerikanischen Fotografen Robert Capa“ und begannen, seine Bilder unter diesem Namen zu vermarkten. Capa lernte Picasso und Hemingway kennen und schloss Freundschaft mit seinen Kollegen David „Chim“ Seymour und Henri Cartier-Bresson.
Ab 1936 berichtete er regelmäßig über den spanischen Bürgerkrieg. Seine Aufnahme des republikanischen Soldaten, der gerade von einer Kugel tödlich getroffen wurde, machte Capa weltweit berühmt und wurde eine Ikone für Krieg. Nachdem Gerda Taro in Spanien ums Leben gekom- men war, reiste er 1938 nach China und ging ein Jahr später nach New York. Als Korrespondent machte er Fotos vom Kriegsschauplatz Europa, von der alliierten Invasion in der Normandie, der Befreiung von Paris und der Ardennen-Offensive.
1947 gründete er, gemeinsam mit Henri Cartier-Bresson, David Seymour, George Rodger und William Vandivert die Agentur MAGNUM Photos. Am 25. Mai 1954 – Capa war für „Life“ in Indochina unterwegs – trat er bei Thai-Binh auf eine Landmine und wurde getötet. Die französische Armee verlieh ihm posthum das Croix de Guerre. 1955 wurde die Robert-Capa-Medaille für herausragende fotografische Verdienste ins Leben gerufen.

Trent Parke wurde 1971 geboren und wuchs in Newcastle, New South Wales, auf. Mit der Pentax Spotmatic seiner Mutter machte er als Zwölfjähriger die ersten Fotos, als Dunkelkammer diente ihm der Wäschekeller. Heute arbeitet der einzige Australier bei MAGNUM Photos vor allem als street photographer.
2003 fuhr er mit seiner Frau und Kollegin Narelle Autio knapp 90.000 km durch Australien. Die hierbei entstandenen Fotos, „Minutes to Midnight“, sind ein bisweilen verstörendes Porträt des heutigen Australien, vom ausgedörrten Outback bis zur chaotisch-melancholischen Lebendigkeit abgelegener Aborgigines-Siedlungen. Für dieses Projekt wurde Parke mit dem W. Eugene Smith Preis für humanistische Fotografie ausgezeichnet. Parke gewann 1999, 2000, 2001 und 2005 den World Press Photo Award und wurde 2006 mit dem ABN AMRO Preis für junge Künstler ausgezeichnet. 1999 wurde er in die Meisterklasse von World Press Photo gekürt. Parke hat zwei Bücher veröffentlicht, „Dream/Life“ (1999) und „The Seventh Wave“ (2000, mit Narelle Autio). Seine Bilder waren in zahlreichen Ausstellungen zu sehen, 2006 erwarb die National Gallery of Australia die komplette „Minutes to Midnight“-Ausstellung.

Antoine D’Agata, geboren 1961 in Marseille, studierte ab 1990 in New York am International Center of Photography. Zu seinen Lehrern gehörten Larry Clark und Nan Goldin. Zwischen 1991 und 1992 war d’Agata Praktikant bei MAGNUM Photos in New York. 1998 erschienen seine ersten Fotobücher, „De Mala Muerte“ und „Mala Noche“. 2001 wurde er für „Hometown“ mit dem Niépce-Preis für Junge Fotografen ausgezeichnet. Begleitend zu seiner Aus- stellung „1001 Nuits“ in Paris erschienen 2003 „Vortex“ und „Insomnia“. Es folgten „Stigma“ in 2004 und „Manifeste“ in 2005. Seit 2004 arbeitet D’Agata auch mit bewegten Bildern („Le Ventre du Monde“, 2004; „Aka Ana“, 2006). D’Agata ist seit 2004 MAGNUM-Vollmitglied und lebt heute ohne feste Adresse in aller Welt.

Thomas Dworzak wurde 1972 im oberpfälzischen Bad Kötzting geboren und wuchs in Cham auf. Er lebte in Avila, Prag und Moskau, studierte Spanisch, Tschechisch und Russisch. Er fotografierte den Krieg in Ex-Jugoslawien und ging von 1993 bis 1998 nach Tiflis, Georgien. Er dokumentierte die Konflikte in Tschetschenien, Karabach und Abchasien und arbeitete gleichzeitig an einem großangelegten Kaukasus-Projekt. Von Paris aus berichtete er seit 1999 vorwiegend für „US News and World Report“ aus verschiedenen Kriegs- und Krisengebieten. Nach dem 11. September war er im Auftrag des „New Yorker“ mehrere Monate in Afghanistan. Seit 2004 in New York ansässig, widmet er sich der amerikanischen Politik und den Auswirkungen des Irak-Kriegs. Dworzak ist seit 2004 MAGNUM-Vollmitglied.

Alex Majoli wurde 1971 in Ravenna geboren. Mit fünfzehn Jahren kam er zum Studio F45. Während des Kunststudiums in Ravenna trat er der Agentur Grazia Neri bei und fuhr nach Jugoslawien, um den Konflikt zu dokumentieren. 1994 erschien sein erstes Buch, „Leros“. 1995 fuhr er für mehrere Monate nach Südamerika, um für sein persönliches Projekt „Requiem in Samba“ zu recherchieren. Neben seiner Arbeit am Projekt „Hotel Marinum“ drehte er 1998 mehrere Kurz- und Dokumentarfilme. 2001 fotografierte Majoli, inzwischen Vollmitglied bei MAGNUM Photos, den Sturz des Taliban-Regimes in Afghanistan, zwei Jahre später den Einmarsch in den Irak. Sein jüngstes Projekt „Libera me“ ist eine Reflexion über die Conditio Humana. Alex Majoli lebt in New York und Mailand.

Paolo Pellegrin, geboren 1964 in Rom, ist seit 2005 Vollmitglied bei MAGNUM Photos. Er ist fester Fotograf bei „Newsweek“. Für seine Kriegsberichterstattung (u.a. Koso- vo, 1999 und Darfur-Konflikt, 2004) hat Pellegrin viele Auszeichnungen erhalten, darunter acht Preise von World Press Photo und zahlreiche POY Awards, die Leica Medal of Excellence, den Olivier Rebbot Award, den Hansel-Meith-Preis und die Robert-Capa-Medaille. 2006 erhielt er in der Sektion Humanistic Photography das W. Eugene Smith-Stipendium. Paolo Pellegrin hat vier Fotobücher veröffentlicht. Er lebt in New York und Rom.

Ilkka Uimonen wurde 1966 in Finnland geboren und wuchs in einem kleinem Ort am Polarkreis auf. Er studierte an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Den Haag. Ab 1993 arbeitete er als freier Fotograf für Lokalblätter und überregionale Zeitungen. Mitte der neunziger Jahre wurde er Mitarbeiter bei der New Yorker Agentur Sygma Photo News. Nach längeren Aufenthalten in Serbien und Afghanistan hat Uimonen oft in Palästina und Israel gearbeitet. Er hat mehrere Preise gewonnen und ist seit 2002 assoziiertes Mitglied bei MAGNUM Photos. Er lebt in New York.


 
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