Jerry Berndt (geboren 1943) Düstere Bars, Rotlichtviertel und dunkle Straßen sind die Negative des Tages. Diese Orte bieten Stille, Schutz und Diskretion, rufen Isolation hervor und zeugen gleichsam von einer mit Aggression, Demütigung und Angst aufgeladenen Atmosphäre. Sie intensivieren das soziale Miteinander auf eng begrenztem Raum - ein psychologischer Ausnahmezustand, eine spezifische dunkle Stimmung, die Jerry Berndt in seinen fotografischen Serien seit den 1960er Jahren eindringlich und sensibel einfängt.
Verschattete Gesichter, Figuren am Rand, stürzende Linien und leerer Raum - Berndts überwiegend Schwarz-Weiss-Fotografien weisen ein hohes Formbewußtsein, Präzision und Kreativität auf. Keines seiner Einzelbilder ist glatt, die Serien und Sequenzen oft grobkörnig und unscharf. Seine Mischung aus klassischer Streetphotography und einer konzeptuellen Bildauffassung ist immer Ausdruck intensiver Anteilnahme und Auseinandersetzung. Seine bisher nie publizierten Fotografien legen durch die Reduktion auf das Wesentliche tiefere psychologische und soziale Strukturen offen.
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