Ivonne Thein
Ivonne Thein (geboren 1979)
Die fragile Leichtigkeit der porträtierten Fotomodelle wirkt in ihren künstlichen, unnatürlichen Posen verstörend und beunruhigend. Rücklings auf allen Vieren auf den Boden gestützt, im Ausfallschritt um die eigene Achse gedreht erscheinen die Präsentationsweisen von Körper und Mode eher wie schmerzhafte Verrenkungen. Die Pose in der fotografische Serie „Zweiunddreißig Kilo” von Ivonne Thein ist ein Balance-Akt. Sie thematisiert das krankhafte Streben junger Mädchen und Frauen nach extremer Schlankheit. In ihrer Bildsprache und Komposition arbeitet die Fotografin mit Mitteln, die Inszenierung und Oberflächlichkeit der Modewelt aufgreifen. Sie hat die fotografierten Körper am Computer nachbearbeitet. Aus einem schlanken Modell wurden auf diese Weise anorektische Körperbilder. Gesichtslos und befremdlich choreografiert oszillieren sie in einem Stadium zwischen Weiblichkeit und Morbidität. Erst diese Zuspitzung ermöglicht eine komplexe Auseinandersetzung mit tradierten Körperdarstellungen von Weiblichkeit und der Rolle der Fotografie im digitalen Zeitalter.

Zurück .
Deutsch English